FAQ Vogelspinnen
Frage: Wo bekomme ich eine Vogelspinne her?
Vogelspinnen werden mittlerweile recht häufig in Tierhandlungen, von privaten Züchtern oder über das Internet angeboten (sowohl von Händlern als auch von Privatpersonen). In Zoohandlungen werden leider zum Großteil immer noch Wildfänge (der Natur entnommene Tiere) angeboten, was bei dem großen Angebot an Nachzuchten nicht notwendig wäre, diese Tiere gehen häufig ein.
Am besten man kauft bei einem Sachkundigen Privatzüchter, so bekommt man auch Infos zur Haltung aus erster Hand.
Auf folgenden Internetseiten werden Vogelspinnen angeboten:
• http://www.terraristik-ostfriesland.de
• http://www.terraristik.com
• http://www.arachnoworld.de (Vogelspinnenanzeigenring)
• http://www.dearge.de
Frage: Sind Vogelspinnen giftig / für Menschen gefährlich?
Grundsätzlich sind fast alle Spinnen giftig. Das Gift wird mittels der Chelizieren (spitze, kanülenartige Beißwerkzeuge) in die Beute oder einen Feind injiziert.
Die Giftwirkung der meisten Vogelspinnen ist für den Menschen unerheblich. Gebissene berichten von Schmerzen, die mit einem Bienenstich vergleichbar sind. Es gibt allerdings einige Arten, besonders aus Afrika (z.B. Pterinochilus spp., Hysterocrates spp.) und Asien (z.B. Poecilotheria spp.), deren Gift deutlich potenter ist. Die Schmerzen können ausstrahlen und es kann zu Symptomen wie Übelkeit und Schwindel kommen, auch Bewusstseinsstörungen können möglich sein.
Behandelt man Vogelspinnen mit dem nötigen Respekt und nicht als Kuscheltiere oder zur Selbstdarsellung, wird man in der Regel niemals gebissen werden.
Frage: Meine Vogelspinne frisst seit Wochen nichts mehr, was soll ich tun?
Keine Panik! Vogelspinnen legen gerne mal längere Fresspausen ein, welche einige Monate (manchmal sogar über ein Jahr) andauern können.
Wenn das Opisthosoma (der Hinterleib) nicht sehr klein wird, besteht kein Grund zur Beunruhigung.
Frage: Wo leben Vogelspinnen?
Vogelspinnen bevölkern jeden Kontinent der Erde, die meisten leben in den Tropen, Subtropen und ariden Gebieten.
Frage: Welche Vogelspinne ist die ideale "Anfängerspinne"?
Das kann man so pauschal nicht beantworten, da sich eine Vielzahl von Gattungen/Arten eignet. Eine "Anfängerspinne" sollte einfache Haltungsansprüche, ein geringes Aggressionspotenzial und eine mildes Gift haben.
Meiner Meinung nach eignen sich für Anfänger besonders Brachypelma spp. oder Chromatopelma cyaneopubescens, wenn man sich vorher ein gutes Hintergrundwissen aneignet. Im Grunde eignen sich sehr viele Vogelspinnen für den Anfänger
Frage: Was fressen Vogelspinnen?
In der Natur fressen Vogelspinnen alle Beutetiere, die sie überwältigen können, dies können Insekten, Reptilien oder kleine Säugetiere sein.
Im Terrarium kann man sie mit den in Terraristik beliebten Futtertieren, wie z.B. Heimchen oder Schaben füttern.
Frage: Wie oft muss ich meine Spinne füttern?
Vogelspinnen müssen nicht täglich gefüttert werden. Adulte (erwachsene) Spinnen kann man alle 1-2 Wochen mit der Größe entsprechenden Futtertieren füttern. Jungspinnen darf man ruhig öfter füttern.
Eine Überfütterung ist meist nicht möglich, da die Spinnen vorher das Fressen einstellen.
Frage: Meine Spinne hat sich auf den Rücken gelegt, was heißt das?
Die Vogelspinne befindet sich im Häutungsprozess und sollte jetzt auf keinen Fall gestört werden!!! Vogelspinnen häuten sich in unregelmäßigen Abständen, um zu Wachsen. Evtl. verlorene Extremitäten werden dabei nach und nach erneuert.
Frage: Meine Spinne hat ein Glatze auf dem Hinterleib, ist das schlimm?
Nein! Die Glatze bedeutet nur, dass die Vogelspinne Brennhaare abgestreift hat, um sich zu verteidigen. Nach der nächsten Häutung sieht der Hinterleib wieder normal aus.
Nur einige südamerikanische Gattungen sind in der Lage Brennhaare abzustreifen.
Frage: Wie alt werden Vogelspinnen?
Das kann man pauschal nicht beantworten. Es gibt Arten, die nur einige Jahre alt werden, aber viele Arten erreichen mehr als 10 Jahre. Es gibt Berichte über Vogelspinnenweibchen (Brachypelma spp.), die über 25 Jahre alt wurden.
Man sollte sich vor der Anschaffung darüber im Klaren sein, dass eine Vogelspinne deutlich älter als beispielsweise ein Hamster wird.
Männchen werden nicht so alt wie Weibchen und eignen sich nur für die Zucht, da sie nach der Reifehäutung, wenn sie adult (erwachsen) und somit Geschlechtsreif sind natürlicherweise sterben.
Frage: Wie unterscheidet man die Geschlechter?
Am einfachsten ist es, wenn die Spinne Geschlechtsreif ist. Böcke haben dann verdickte Tasterenden, an welchen sich die Bulben, die Begattungsorgane befinden und bei manchen Arten gibt es sogenannte Tibiaapophysen, diese haben auch nur adulte Männchen. Sie sehen aus wie Stacheln, die sich an den Beinen befinden, sie dienen dazu, bei der Paarung in sie Chelizeren des Weibchens einzuharken.
Kenner können das Geschlecht auch anhand der Epigastralfurche (einem Bereich untem am Hinterleib) unterscheiden, diese Methode ist aber nicht 100% sicher.
Die beste Methode der Geschlechtsbestimmung, gerade bei nicht adulten Vogelspinnen, ist die Untersuchung der abgestreiften Haut (Exuvie), am besten unter einem Binolular oder Vergrößerungsglas. Bei Weibchen sieht der erfahrene Hobbyarachnologe den äußeren Teill der Gebärmutter (Uterus externus), sowie die Spermathek (Receptaculum seminis), in welcher der männliche Samen gespeichert wird. Diese Methode funktioniert, die nötige Erfahrung vorausgesetzt, zu 100%.
Frage: Kann man mehrere Exemplare zusammen halten?
Da die meisten Vogelspinnen Einzelgänger sind, ist von einer Gruppenhaltung dringend abzuraten, sie würden sich gegenseitig töten.
Es gibt eine Hand voll Arten, die in der Natur angeblich in Kolonien vorkommen, man sollte sich vor Anschaffung einer Vogelspinne schlau machen, ob eine Gruppenhaltung in Frage kommt. Bekommt man keine genaue Auskunft, sollte man immer eine Einzelhaltung bevorzugen, um kein Risiko einzugehen.
Frage: Woher stammt der Name Vogelspinne?
Die Künstlerin und Naturforscherin Maria Sybilla Merian zeichnete auf einer Surinamreise einen Kupferstich, auf welchem eine große Spinne, die einen Kolibri verspeist zu sehen ist. Der Kupferstich wurde in dem Werk "Metamorphosis Insectorum Surinamensium" 1705 veröffentlicht.
Dieser Kupferstich hat Carl von Linné 1758 dazu veranlasst eine Vogelspinne unter dem Namen Aranea avicularia zu beschreiben. (lat. avicula = kleiner Vogel)
Hieraus hat sich der deutsche Trivialname "Vogelspinne" entwickelt.
Heute ist die Spinne unter der Bezeichnung Avicularia avicularia bekannt.
Frage: Welche Haltungesbedingungen / Terrariumgröße braucht meine Vogelspinne?
Da dies von der Gattung/Art abhängig ist bitte im Forum fragen oder in Büchern nachlesen.
Grundsätzlich lassen sich aber 3 Lebensweisen von Vogelspinnen unterscheiden:
Röhrenbewohner leben in einer meist selbstgegrabenen Röhre im Boden und lauern nur am Eingang auf Beute, ohne die Röhre zu verlassen. Sie brauchen einen hohen Bodengrund um ihre Röhren anlegen zu können.
Bodenbewohner leben oft unter Steinen, Ästen oder in anderen Höhlen, die teilweise noch etwas ausgebaut werden.
Baumbewohner bevorzugen eine aboreale Lebensweise und Leben in Bäumen oder Sträuchern, das Terrarium sollte also eher hoch sein und eine Korkröhre als Versteckmöglichkeit haben.
Dieses ist nur eine grobe Einteilung, die sich nicht auf alle Arten anwenden lässt!
Noch Fragen??? Bitte nutzt das Forum…
Gruß
Mario