Die Interessengemeinschaft Terraristik Ostfriesland

Normale Version: Erfahrungen mit Italienischen Bergmolchen
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Italienischer Bergmolch (Triturus alpestris apuanus)

Herkunft:

Alle Triturus alpestris Arten - und Unterarten kommen in ganz Europa vor. Das Hauptareal von Triturus alpestris apuanus ist in Italien. Weltweit sind Schwanzlurche auf der Nordhalbkugel verbreitet.

Worin hält man die Tiere:

Meine Italiener halte ich ganzjährig im Aquarium mit einem sehr kleinen Landteil, der aber kaum genutzt wird. Das Becken hat eine Größe von 80 x 40 x 40 cm in dem ich 0,2 Triturus alpestris apuanus halte. Der Bodengrund bei meinem Molchbecken ist ausgewaschener Aquariumsand. Der Landteil besteht aus einem kleinen Korkstück (Insel) mit Moos als Versteckplatz bedeckt. Wie bei allen Molchbecken habe ich auch in dem Bergmolchbecken einen Filter der Tag und Nacht mit geringer Strömung an ist. In meinem Filter habe ich Aktivkohle und Filterwatte eingesetzt. Als Einrichtungstipp kann ich längliche Röhrchen empfehlen, sie werden gerne als Schlaf - und Versteckplatz angenommen. Weitere Einrichtungsgegenstände sind in meinem Aquarium Moorkienholzwurzeln und Pflanzen sowie Pfennig - und Hornkraut.

Ernährung:

Ich füttere meine Italiener von Frühling bis Frühsommer jeden dritten Tag mit folgenden Insekten: Rote Mückenlarven, Bachflohkrebse, Wasserflöhe, Tubifex und Regenwürmern und Insekten aus dem Wald. Die meiste Nahrungsauswahl gibt es im Frühling. In einfachen Teichen, Pfützen, Sehen und Bächen kann man eine sehr große Anzahl an Futterinsekten für die Molche finden. Bei jeder Fütterung gibt es natürlich andere Insekten, denn die abwechselungsreiche Ernährung ist sehr wichtig. Im Winter wird die Nahrung einfach reduziert bzw. nur wenige Insekten wie Wasserflöhe und Cyclops (Hüpferlinge) verfüttert.

Körperlänge:

Im Gegensatz zu dem einheimischen Bergmolch (Triturus alpestris) bleiben die Italiener etwas "schmaler". Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von 10 bis 12 cm und die Männchen 8 bis 10 cm.

Vergesellschaftung mit anderen Tieren:

Eine Vergesellschaftung mit anderen Molcharten ist bei Italienern weniger sinnvoll. Am besten ist es immer noch die Tiere in einem Artbecken zu halten. Jedoch. Ich habe mal Italiener mit Japanischen Süßwassergarnelen & Cherrygarnelen vergesellschaftet. Diese Vergesellschaftung verlief prima. Die Garnelen arbeiteten Tag und Nacht den Schmutz wegzuräumen.

Schutzstatus:

Italienische Bergmolche sind wie alle europäischen Amphibien besonders geschützt. Sie sind meldepflichtig nach BArtSchV. D. h., dass sie umgehend bei der Naturschutztbehörde angemeldet werden müssen.

Lebenserwartung:

Werden die Italiener wirklich naturnah gehalten und haben jedes Jahr eine kühle Überwinterung zur Verfügung, erreichen sie ein Alter von mindestens 20 Jahren.

Temperatur und Beleuchtung:


Wie alle Molche bevorzugt auch der Italienische Bergmolch kühle Zonen im Aquarium. Bedenken sollte man, das Molche keine Reptilien sind die Heizung / Wärme brauchen, sondern das sie sich der Wärme entziehen wollen! Mein Molchbecken hat eine einfache Leuchtstoffröhre. Diese muss aber nicht verwendet werden, weil es bei dieser Tierart nicht auf den Tag - Nachtrythmus, sondern auf die Umgebungstemperatur ankommt. Die Leuchtstoffröhre habe ich deshalb zur Beobachtung der Tiere reingemacht. Molche müssen immer kühle Zonen vorfinden. Von Frühling bis Frühsommer kann die Temperaturspanne bei 15° C bis 21° C liegen, im Spätsommer bis Winter am besten zwischen 8° und 12° C.

Bodengrund:

Als Bodengrund kann ich aus eigenen Erfahrungen gewaschenen Flussand, Aquariumsand und groben Kies empfehlen. Verstopfungen kommen bei diesen Tieren so gut wie nie vor! Schon beim Fressen wird das mit aufgenommene Substrat wieder ausgeschieden bzw. ausgespuckt.

Winter:


Im Winter gibt es nur magere Kost. Ebenfalls wird die Beleuchtung und die Temperatur runtergerengelt. Die Temperatur in dieser Jahreszeit bei ungefähr 10° C. Im Frühling wird die Temperatur, die Futtermenge und die Beleuchtung wieder in Schritten gesteigert. Auf Beleuchtung kann im Winter verzichtet werden.

Zucht:

Die Paarungszeit liegt bei den Italienern im Frühling bis Frühsommer - März bis Juli. Ebenfalls sind die Italiener sogenannte "Winterlaicher", - laichen, wie schon das Wort sagt, auch im Winter bei kühlen Temperaturen. Einige Tage nach der Paarung erfolgt bereits die Eiablage - ca. 2 Tagen. Die Eier werden in runden Pflanzenteilen eingewickelt und die Larven schlüpfen nach ungefähr zwei Wochen. In dieser Zeit stehen Cyclops (Hüpferlinge), Mückenlarven und Wasserflöhe auf dem Speiseplan der Larven. Dieser Vorgang, Metamorphose, hat eine Spanne von Frühling bis Spätsommer. Sind die Kiemen im Spätsommer vollständig zurückgebildet, verlassen die Jungtiere das Wasser und widmen sich dem Land zu. 3 Jahre dauert es bis zur Geschlechtsreife. Man kann aber den Lurch schon an das Wasser gewöhnen, wenn er eine Gesamtlänge von mindestens 8 cm erreicht hat, indem man den Wasserstand, ! Schritt für Schritt ! , steigert.

Erfahrungen mit dieser Tierart:

Im Grunde genommen wie die Haltung von Fischen (aquatil). Sehr interessant. Brauchen eine sehr abwechslungsreiche Ernährung und optimale Temperaturen. Laichen am liebsten im Januar.

Viele Grüße,
Lucea
Das nenne ich doch mal einen umfangreichen Bericht! Danke dafür...
mfg
Alle Achtung,ein sehr schöner Bericht...nur weiter so...! ;-)
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